Informatives zur biologischen Vielfalt


Exkursionsreihe "Erzgebirgische NaTouren" 2011-2013

 

Bei den „Erzgebirgischen NaTouren“ handelt es sich um zweisprachige Entdeckungstouren in die erzgebirgische Naturvielfalt in Deutschland und Tschechien. Im Rahmen von natur- und heimatkundlichen Exkursionen und unter fachkundiger Leitung haben die Teilnehmer die Möglichkeit, Kleinode erzgebirgischer Natur dies- und jenseits der Grenze kennen zu lernen.
Mit den „Erzgebirgischen NaTouren“ wollen wir ein möglichst breites Spektrum an Menschen erreichen: naturinteressierte Laien ebenso wie Fachleute, Anlieger, Flurstückseigentümer und Lokalpolitiker, Jugendliche ebenso wie Senioren.
Aber nicht nur die Begeisterung für die Naturschönheiten soll geweckt werden, sondern auch das Verständnis dafür, dass für die Bewahrung der biologischen Vielfalt auch gewisse Anstrengungen unternommen werden müssen. Die Akzeptanz von Naturschutzmaßnahmen (z.B. die Ausweisung von Schutzgebieten, die Durchführung von z.T. aufwändigen Pflegemaßnahmen usw.) soll gefördert werden.

Von 2011 bis 2013 finden jährlich in den Frühjahrs- und Sommermonaten 4 Exkursionen statt: 2 Exkursionen führen nach Tschechien und 2 finden in Deutschland statt. Bustranfers zu den Exkursionsorten und die Übersetzung durch Dolmetscher sind gewährleistet.

 

Teilnahme und Bustransfer sind kostenfrei, eine Anmeldung ist auf Grund der Teilnehmerbegrenzung allerdings unbedingt erforderlich!

Naturschutzzentrum Erzgebirge gGmbH
Tel: ++49- (0)3733 5629-0 oder E-Mail: zentrale@naturschutzzentrum-erzgebirge.de

 

 

Erzgebirgische NaTouren 2013

 

Dienstag, 7. Mai 2013 - ausgebucht

Orchideen-Exkursion ins böhmische Erzgebirge: Standort des Holunder-Knabenkrautes bei Srní (Boxgrün) westlich von Klášterec nad Ohří

 Die Gemeinde Srní befindet sich in einem wenig frequentierten Teil des Erzgebirges. In der Umgebung sind extensiv bewirtschaftete kurzrasige Hangwiesen, Borstgrasrasen und Weide-Flächen mit Steinrücken erhalten geblieben. Auch wenn der Standort am Erzgebirgshang liegt, gehört der zum FFH-Gebiet „Duppauer Gebirge“ und größtenteils auch zum gleichnamigen Vogelschutzgebiet.
Die Exkursionsstrecke führt durch den Zentralteil des Gebiets entlang der Hangweiden bis zu den Weide-Flächen mit dem Vorkommen des Holunder-Knabenkrautes (Dactylorhiza sambucina). Früher befanden sich zwischen der Gemeinde Srní und der Gemeinde Malý Hrzín 3 eigenständige Standorte. Heute findet man hier leider nur einen einzigen Standort der seltenen Orchidee.

Wegstrecke ca. 3,5 km, Höhenunterschied 200 m, Schwierigkeitsgrad: leicht

 

Leitung: Čestmír Ondráček (Nordböhmische Botaniker)

Bustransfer nach CZ: 14.30 Uhr Abfahrt am Naturschutzzentrum in Dörfel, 14.45 Uhr Zwischenstopp Haltestelle Parkhaus Gerisch Ruh Annaberg

Rückkehr: ca. 19.15 Uhr in Annaberg Haltestelle Parkhaus Gerisch Ruh, ca. 19.30 Uhr am Naturschutzzentrum in Dörfel

 

Donnerstag, 6. Juni 2013

Waldexkursion ins Mittlere Erzgebirge: Buchenwaldgebiet NSG „Steinbach“

Die Wanderung führt durch einen der schönsten Laubmischwälder Sachsens mit hohem Buchenwald- und Totholzanteil. Die ältesten Buchen sind teilweise über 200 Jahre alt. Das Naturschutzgebiet (NSG) „Steinbach“ hat eine flächenmäßige Ausdehnung von ca. 440 ha. Wir werden die Teilfläche zwischen Steinbach und dem Glösenstein begehen. Das NSG befindet sich im FFH-Gebiet „Buchenwälder bei Steinbach“ sowie im Vogelschutzgebiet „Erzgebirgskamm bei Satzung“. Hier sind zahlreiche Arten zu beobachten, die charakteristisch für montane Buchenwälder sind, darunter Zwiebeltragende Zahnwurz (Cardamine bulbifera), Waldmeister (Galium odoratum), Wald-Schaumkraut (Cardamine flexuosa), Quirlblättrige Weißwurz (Polygonatum verticillatum) usw.

Wegstrecke ca. 3 km, Schwierigkeitsgrad: mittel

 

Leitung: Ines Schürer und Jürgen Teucher, NSZ Erzgebirge

Treff: 16.00 Uhr Waldparkplatz am Freibad in Steinbach, Ende voraussichtlich ca. 18.00 Uhr Waldparkplatz am Freibad in Steinbach  

 

Dienstag, 9. Juli 2013 - ausgebucht

Exkursion zum Klínovec (Keilberg): Flora und Vegetation im Skiareal auf dem Klínovec (Keilberg)

 Am nordöstlichen Hang des Keilbergs befinden sich unter der Straße in Höhenlage von 950-1050 m Restflächen von blütenbunten erzgebirgischen Bergwiesen. Größtenteils ist die Fläche von Skipisten, Skiliften und Seilbahnen, Wasserleitungen und elektrischen Kabeln durchzogen… . Vor Ort können wir die Einflüsse und Auswirkungen des Wintersports auf die Pflanzenwelt beobachten. Wir schauen uns ähnliche Lebensräume auch außerhalb des Skiareals an, vergleichen sie miteinander und besprechen, was hier diese seltenen Pflanzen bedroht. Auf den Wiesen können wir u.a. Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum), Fettkraut (Pinguicula vulgaris), Arnika (Arnica montana), Fuchs'sches Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) bzw. auch Blauer Tarant (Swertia perennis), Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) und Bärlappe (Diphasiastrum spec.) sehen.

Wegstrecke ca. 2 km, Höhenunterschied ca. 150 m, Schwierigkeitsgrad: leicht

 

Leitung: Čestmír Ondráček (Nordböhmische Botaniker)

Bustransfer nach CZ: 15.00 Uhr Abfahrt am Naturschutzzentrum in Dörfel, Zwischenstop 15.15 Uhr Zwischenstop Haltestelle Parkhaus Gerisch Ruh Annaberg

Beginn: 16.00 Uhr Parkplatz Bergotel "Nastup" am Keilberg

Ende: voraussichtl. 18.30 Uhr Parkplatz Berghotel "Nastup" am Keilberg

Rückkehr: ca. 19.15 Uhr in Annaberg, Haltestelle Parkhaus Gerisch Ruh, ca. 19.30 Uhr am Naturschutzzentrum in Dörfel

 

Dienstag, 27. August 2013

Exkursion durchs Preßnitztal: Preßnitztal zwischen Steinbach und Schmalzgrube

 Das wildromantische, mit Felsen durchsetzte Preßnitztal ist Teil des FFH-Gebietes „Preßnitz- und Rauschenbachtal“. Hier können typische Vertreter naturnaher Bergbäche und –flüsse wie Wasseramsel, Eisvogel und das seltene Bachneunauge beobachtet werden. Ein artenreicher Hangschluchtwald kann am Wolfswehr bestaunt werden. Ein kleiner Exkurs in Sachen Bergbaugeschichte gestattet uns der parallel verlaufende Bergbaulehrpfad.

Wegstrecke ca. 2,5 km, Schwierigkeitsgrad: leicht

 

Leitung: Ines Schürer und Jürgen Teucher, NSZ Erzgebirge

Treff: 16.00 Uhr am Parkplatz an der Straße zwischen Steinbach und Schmalzgrube, gegenüber dem Abzweig nach Grumbach

Ende: ca. 18.00 Uhr am Bahnhof Preßnitztalbahn in Steinbach (Rücktransfer zum Parkplatz wird gewährleistet)

 
GEO-Tag der Artenvielfalt

Der GEO-Tag der Artenvielfalt gilt als die größte Feldforschungsaktion in Mitteleuropa! Im Jahr 2013 findet er bereits zum 15. Mal statt. Alle Naturfreunde aus Deutschland und den Nachbarländern sind aufgerufen, innerhalb eines Tages in einem selbst festgelegten Gebiet möglichst viele der dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten zu entdecken, zu bestimmen und zu dokumentieren. Dabei muss man nicht unbedingt Artenspezialist sein, denn mitmachen können alle, die sich für Natur und Naturschutz interessieren. Und gesucht werden kann prinzipiell überall.
Bei der „Inventur“ der heimischen Natur soll das Bewusstsein für Artenvielfalt vor unserer Haustür geweckt werden. Artenzählen ist zwar ein Anliegen der Aktion, doch stehen gerade bei jüngeren Teilnehmern Entdeckerfreude und Natursensibilisierung im Vordergrund. Die Leitidee des GEO-Tages ist: „Nur das, was wir kennen, werden wir auch achten und schützen.“
Es geht darum, möglichst viele verschiedene Arten in einem abgegrenzten Gebiet innerhalb von 24 Stunden zu erfassen. Dabei schaut jeder nach dem, was er kennt. Man kann sich auch Unterstützung von Artenexperten holen, die bei der Erfassung helfen. So leistet man einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung und Dokumentation der Flora und Fauna vor Ort. Dass sich die Aktion lohnt, zeigt, dass auch schon verschollen geglaubte Arten auf diesem Wege wiederentdeckt wurden.

In Deutschland wird der GEO-Tag der Artenvielfalt durch verschiedene öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen mit sehr bekannten Kooperationspartnern (2011 und 2012 z.B. die Heinz Sielmann-Stiftung) begleitet. Außerdem hat der Bundesumweltminister in den letzten Jahren die Schirmherrschaft übernommen. Das führt dazu, dass der GEO-Tag in Deutschland und den deutschsprachigen Nachbarländern sehr bekannt ist. In Tschechien ist das leider nicht der Fall. Das wollen wir ändern.
In den Jahren 2012 und 2013 möchten wir im Rahmen unseres Projektes „Pestrý-Bunt.“ eine deutsch-tschechische Aktion zum GEO-Tag veranstalten. Deutsche und tschechische Jugendliche sollen die Natur „vor ihrer Haustür“ erforschen.


GEO-Tag der Artenvielfalt 2013


Geo-Tag der Artenvielfalt findet sich am Montag, den 17. Juni 2013 im Bereich „Kaštanka“ – dem alten Esskastanienhain im Zoopark Chomutov statt. Naturinteressierte aus beiden Ländern begegnen sich im Kastanienhain im Zoopark Chomutov, um Tiere und Pflanzen des Lebensraumes Altbaumbestand zu entdecken und zu dokumentieren. In der Kaštanka im Zoopark Chomutov wachsen die ältesten Esskastanienbäume Tschechiens. Die Kaštanka (dt. „Kastanienhain“) wurde im 17. Jahrhundert von Jesuiten begründet und ist heute eine Sehenswürdigkeit. Der Kastanienhain besteht aus geschützten, ca. hundertjährigen Bäumen. Er gilt als der am nördlichsten gelegenen Esskastanienbestand, der auch heute noch Früchte hervorbringt. Die Ausdehnung der Kaštanka beträgt ca. 2 ha. Die Höhe über dem Meeresspiegel  ist 370 m. Mit dem Anpflanzen wurde schon im 16. Jahrhundert begonnen. Der stärkste Stamm hat einen Brusthöhen-Umfang von 650 cm (gemessen im Jahr 2003). In den Höhlen dieser Bäume leben auch die bedrohten Käfer-Arten Eremit (Osmoderma eremita) und Hirschkäfer (Lucanus cervus), auf welche wir unsere Beobachtung auch richten werden. Der Eremit gehört in die Familie der Blatthornkäfer. Der erwachsene Eremit sitzt an sonnigen Tagen auf den Baumstämmen und riecht nach Juchten-Leder, er wird deswegen auch Juchtenkäfer genannt. Der Hirschkäfer ist ein Käfer aus der Familie der Schröter. Es handelt sich um den größten Käfer Europas. Das Männchen kann eine Länge von 3 bis 9 cm erreichen. Das Gebiet des Zoopark Chomutov wurde aufgrund des Vorkommens starker und stabiler Populationen von Hirschkäfer und Eremit als FFH-Gebiet innerhalb des europaweiten Natura 2000-Systems ausgewiesen.


Die Teilnahme die kostenfrei, eine Anmeldung ist allerdings erforderlich!

Naturschutzzentrum Erzgebirge gGmbH
Tel: ++49- (0)3733 5629-0 oder E-Mail: zentrale@naturschutzzentrum-erzgebirge.de

Zweisprachige Wanderausstellung "Biologische Vielfalt und NATURA 2000 im Erzgebirge/ Krusné hory"

Eine Maßnahme in unserem Projekt wird es sein, viele Menschen mit Hilfe unserer Wanderausstellung auf das Thema der (gefährdeten) biologischen Vielfalt im Erzgebirge aufmerksam zu machen. Viele charakteristische Lebensraumtypen und Arten sind in den europäischen Natura 2000 – Schutzgebieten repräsentiert und geschützt. Einige dieser im sächsischen und böhmischen Erzgebirge typischen Lebensräume und Arten wollen wir Ihnen mit unserer Wanderausstellung vorstellen. Natürlich erfahren die Besucher auch viel über uns, die geplanten Maßnahmen und wie sie sich z.B. im Rahmen des Vereins „Pestrý-Bunt. Freunde für biologische Vielfalt im Erzgebirge – Krušné hory“ selbst mit engagieren können.

Tourdaten der Wanderausstellung 2013

  • 8. Januar - Anfang Februar 2013 im Schloss Teplice
  • 18. Februar - 27. März 2013 im Freizeitzentrum für Kinder und Jugendliche in Ùstí nad Labem
  • 27. März bis 23. Mai 2013 im Berufsschulzentrum Technik/ Ernährung/ Wirtschaft in Annaberg-Buchholz
  • 14. Juni bis 25. August 2013 im Kellerhaus Schloss Lichtenwalde bei Chemnitz
  • 13. September bis 17. Oktober 2013 im Schloss Schlettau
  • 11. November bis 18. Dezember 2013 im Zoopark Chomutov
Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
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