Freitag, 29. November 2013

Deutsch-tschechisches Expertentreffen im Naturschutzzentrum Erzgebirge

 

Am Freitag, den 29. 11. 2013, fand im Naturschutzzentrum Erzgebirge in Dörfel ein drittes Deutsch-tschechischen Expertentreffen statt. Das Ziel des Treffens war ein kleiner Rückblick auf das allmählich auslaufende Ziel3-Projekt „Pestrý-Bunt. Freunde für biologische Vielfalt im Erzgebirge/ Krušné hory“. An dem Treffen nahmen die drei Projektspartner sowie tschechischen und deutschen Spezialisten, die zur Realisierung des Projektes wesentlich beigetragen haben, teil. Jeder Teilnehmer sollte sich ein paar Bilder von „seinen“ Maßnahmen und kurzen, spontanen Erklärungen dazu vorbereiten.

Herr Teucher (NSZ) stellte den Anwesenden (Fergunna, Schola Humanitas, Nordböhmische Botaniker, Kreisnaturschutzbeauftragter, NSZ) vor, welche konkreten Maßnahmen im Bereich Praktischer Naturschutz in den letzten zwei Jahren auf deutscher Seite durchgeführt wurden. Es handelte sich um die Arbeitspakete „Rückkehr willkommen“, „Bunt statt Einheitsgrün“ und „Wasser ist Leben 1 und 2“.

Herr Tarant (Schola Humanitas) und Frau Hodisová (NSZ) bereiteten einen kleinen Rückblick auf die Umweltbilgungsveranstaltungen vor.

Frau Schürer (NSZ) berichtete über die Öffentlichkeitsarbeit (Erzgebirgische NaTouren, Geo-Tag der Artenviefalt, Wanderausstellung…). Herr Dietrich (Kreisnaturschutzbeauftragter) zeigte uns die gelungesten Bilder, die im Rahmen der Erzgebirgischen NaTouren auf tschechische sowie deutsche Seite des Erzgebirges entstanden waren.

Dienstag, 12. November 2013

Präsentation der Ergebnisse der Maßnahme AP 5 „BUNT statt Einheitsgrün“ – Revitalisierung einer ehemaligen Bergmähwiese im NSG „Rauschenbachtal“ bei Arnsfeld

2012 führte das Naturschutzzentrum Erzgebirge auf dem Gebiet der Buschwiese im o.g. Schutzgebiet eine Maßnahme zur Erhöhung der Artenvielfalt durch. Hintergrund und Anliegen war, die Artenzahlen in einem monotonen Zittergrasseggen-Dominanzbestand zu erhöhen.

Im Rahmen der Präsentationsveranstaltung zeigte Herr Teucher (NSZ) den Anwesenden (Behördenvertretern, Vertretern des ehrenamtlichen Naturschutzes und des Naturparkes „Erzgebirge/ Vogtland“), welche Maßnahmen konkret durchgeführt wurden. So wurde der Boden verwundet, Heublumensaat eingebracht und eine zusätzliche Mahd durchgeführt. Begleitende Untersuchungen zu Flora und Fauna haben gezeigt, dass durch diese einmalige Maßnahme bereits erste Erfolge erzielt wurden. Frau Schürer (NSZ) konnte anhand der vegetationskundlichen Aufnahmen auf zwei Dauerbeobachtungsflächen zeigen, dass die Zahl der Pflanzenarten durch die Maßnahme deutlich angestiegen war. Auch die Ergebnisse der Untersuchungen zu Tagfaltern und Käfern, vorgestellt von Herrn Teucher, unterstrichen diese Entwicklungstendenzen. Frau Claudia Walcak von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden berichtete über sehr interessante Erfahrungen bei Wiederbegrünungsmaßnahmen im Rahmen des E und E-Vorhabens „Grünlandverbund Oelsen (Osterzgebirge)“.

Die im Rahmen des Pestrý-Bunt-Projektes durchgeführten Maßnahmen scheinen insgesamt geeignet zu sein, die Zittergras-Segge zurückzudrängen und die Artenvielfalt auf der Fläche zu erhöhen. Allerdings ist eine kontinuierliche Fortsetzung der Maßnahmen unter fachlicher Begleitung zwingend für eine langfristig positive Entwicklung notwendig.

Montag, 11. November 2013

 

Eröffnung der Wanderausstellung "Biologische Viefalt und NATURA 2000 im Erzgebirge/Krušné hory" im Podkrušnohorský zoopark Chomutov

 

Am Montag, den 11.11.2013 fand die Eröffnung unserer zweisprachigen Wanderausstellung im Ausstellungsraum des Podkrušnohorský zooparks Chomutov statt. Die Wanderausstellung ist für die Öffentlichkeit im Zeitraum vom 11.11. bis 18.12.2013 täglich von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Der Eintritt für den Zoopark kostet für Erwachsene 65 Kč; Kinder von 3 bis 15 Jahren sowie Rentner ab 65 Jahre bezahlen 40 Kč.

Dienstag, 5. November 2013

Exkursion zu den geplanten Renaturierungsgebieten „Schilf- und Schlauderwiese“ im NSG „Fichtelberg“ bei Oberwiesenthal

 

Am 2. Tag der Seminartage (s. 4.11.13) folgte eine Exkursion zu den Untersuchungsgebieten, wo uns die geplanten Renaturierungsmaßnahmen vor Ort vorgestellt wurden. Zuerst besuchten wir die Schilfwiese, welche sich im Eigentum von Sachsenforst/Forstbezirk Neudorf befindet. Deshalb war der Revierleiter Herr Schaarschmidt an unserer Veranstaltung teil. Das Untersuchungsgebiet Schilfwiese befindet sich auf dem grenzübergreifenden Torflager an der Grenze zur Tschechischen Republik. Es handelt sich um ein stark entwässertes und bereits völlig verheidetes Moorgebiet mit Fichten, Blaufichten, Weidengebüschen, Gräsern und weiteren Sukzessionszeigern. Im Renaturierungsgebiet befinden sich noch pfeifengrasreiche Moorreste mit Zwischenmoorzeigerarten wie Moosbeere und Wollgras. Die Exkursionsteilnehmer diskutierten aktiv über die günstigsten Renaturierungsmöglichkeiten.

Es wurde folgendes Festgehalten:

·         keine Querverbauungen im oberen Bereich des FFH-Lebensraumtyps Berg-Mähwiese

·         gezielte Einleitung des im Graben am Wald befindlichen Niederschlags- und Quellwassers zum Revitalisierungsgebiet

·         Schließung der beiden unteren kleinen Querentwässerungsgräben

·         Entfernung der Großfichten am oberen tiefen querverlaufenden Entwässerungs-graben sowie die teilweise komplette Verfüllung des Grabens mit Ausbuchtungen und Überlauf zum Zielgebiet

·         Rücknahme der Sukzession im Bereich des FFH-Lebensraumtyps Bergheide

 

Am Nachmittag besuchten wir die Schlauderwiese, welche sich im Eigentum des Landesvereines Sächsischer Heimatschutz befindet. Dieser Standort befindet sich ebenfalls an der Grenze zur Tschechischen Republik. Es handelt sich auch hier um ein entwässertes Moorgebiet mit hohem Rotwildbesatz. Im Renaturierungsgebiet befinden sich noch wertvolle Moorreste mit Zwischenmoorzeigerarten wie Moor-Heidelbeere, Torfmoose und Wollgräser. Es wurde folgendes festgehalten:

·         Querverbauungen im oberen Bereich unterhalb der offenen Moorfläche einbringen,

·         komplette Verfüllung des unteren tiefen Entwässerungsgraben mit Rundholzarmierung und seitlichen Ausbuchtungen, um das Wasser ins Renaturierungsgebiet zu lenken,

Rücknahme der Sukzession im gesamten Renaturierungsgebiet

Montag,  4. November 2013

Seminartag in Vorbereitung der Maßnahmen „Wiedervernässung der Schilf- und Schlauderwiese“ im NSG „Fichtelberg“ bei Oberwiesenthal

 

Am 4. November 2013 fand im Naturschutzzentrum Erzgebirge in Dörfel ein Seminar statt, bei dem die Ergebnisse der Voruntersuchung zur den geplanten Renaturierungs-Maßnahmen „Wiedervernässung der Schilf- und Schlauderwiese“ im NSG „Fichtelberg“ bei Oberwiesenthal vorgestellt wurden. Dazu hatte das Naturschutzzentrum Erzgebirge die betroffenen Landnutzer, Behördenvertreter, Vertreter des Naturparkes Erzgebirge/ Vogtland, den Kreisnaturschutzbeauftragten sowie die tschechischen Projektpartner eingeladen.

Bei Schilf- und Schlauderwiese handelt es sich um beeinträchtigte Moorbereiche im tschechisch-deutschen Grenzgebiet. Herr Teucher (NSZ) stellte beide Standorte und die geplanten Renaturierungsmaßnahmen vor. Durch die Maßnahmen sollen die Gebiete wiedervernässt werden, was zur Wiederherstellung eines Moor-Ökosystems mit einer hohen biologischen Vielfalt führen soll. Frau Schürer (NSZ) berichtete über die Ergebnisse der Erfassung von Flora, Fauna und Vegetation. An beiden Standorten gibt es Vorkommen von charakteristischen und gefährdeten Pflanzen- und Tierarten, die besonderen Schutz verdienen. Herr Rous vom tschechischen Planungsbüro Terén Design s.r.o. aus Teplice stellte das hydrologische Gutachten vor, dessen Inhalt die Konkretisierung der Ziele von Naturschutz und Landschaftspflege in den Renaturierungsgebieten ist. Am Ende der Veranstaltung konnte Frau Haupt vom Naturpark Erzgebirge/ Vogtland mit ihrem Praxiswissen zum Thema Moor-Renaturierung interessante Beispiele für Wiedervernässungs-Maßnahmen in Moorgebieten vorstellen.

Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový