Dienstag, 9. Juli 2013

Erzgebirgische NaTouren: Exkursion zu den Bergwiesen(resten) im Skigebiet am Klinovec (CZ)

 

 

Am Dienstag, den 9.Juli 2013 fand schon die dritte gemeinsame deutsch-tschechische Exkursion im Rahmen des Ziel 3 Projektes Pestrý-Bunt NaTouren ins Erzgebirge statt. Das Treffen war um 16.00 Uhr am Parkplatz bei dem Berghotel "Nástup" am Keilberg.

Die Exkursion führte uns an den nordöstlichen Hang des Keilbergs auf die Skipisten, wo sich Restflächen von blütenbunten erzgebirgischen Bergwiesen befinden. Am Rand des Parkplatzes haben wir die Schwarze Teufelskralle (Phyteuma nigrum) gesehen. Diese Pflanze befindet sich in einer Höhenlange von 950-1050 m sehr selten. Zu den Skipisten gingen die Teilnehmer einen Waldweg. Entlang des Weges konnten sie Wolliges Reitgras  (Calamagrostis villosa), Wald-Hainbinse (Luzula sylvatica), Frauenfarn (Athyrium distentifolium), Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina) und weisßblühenden Platanen-Hahnenfuß (Ranunculus platanifolius) beobachten. 

Hinter dem Wald auf der rechten Seite konnten die Teilnehmer einige Exemplare der Feuer-Lilie  (Lilium bulbiferum), die gerade in Blüte standen, bewundern. Am unteren Rande einer Skipisten wurde die kurze Historie des Skiareals sowie ein Investitionsvorhaben des Baus einer Menge von neuen Wohn- und Ferienhäuser erwähnt, die auf einem gegenüberliegenden Hang stehen sollen.

Auf freien Flächen im unteren Bereich der Skipisten lernten die Teilnehmer initiale Pflanzengemeinschaften mit einem häufigen Vorkommen von Borsgras (Nardus stricta), Draht-Schmiele (Avenella flexuosa), Gemeiner Augentrost (Euphrasia rostkoviana) und andere kennen. Neben genannten Pflanzenarten könnte noch Arnika (Arnica montana), Echtes Fettkraut (Pinguicula vulgaris) und Bärwurz (Meum athamanticum) bewundert werden. Selten kam Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum) vor. Auf Fragmenten der Bergwiesen, die noch nicht gemäht wurden, konnten die Teilnehmer kleine Population von Fuchs’ Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii) beobachten.

Ungefähr in der Mitte einer Skipiste wurde kleine restliche Population der Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum) besucht. Die Populationen der Feuer-Lilie kamen früher auf Skipisten und in ihrer Umgebung häufiger vor. Aber unter Einfluss des Baus von Wasserleitungen und elektrischen Kabeln wurden sie stark beschädigt. Die Teilnehmer lernten die Problematik des Monitoring von einzelnen Populationen auf der tschechischen Seite des Erzgebirges kennen.

Danach (bei der U Rampe) wurde ein anschauliches Beispiel der Liquidation von seltenen Pflanzenarten Ausgebreiteter Frauenmantel (Alchemilla ursina) gezeigt. Die ganze Population wurde durch den Bau von U Rampe vernichtet.

Im oberen Bereich der Skipisten wurde Wiesen-Wachtelweizen und Wald-Wachtelweizen (Melampyrum pratense, M. sylvaticum) sowie Platanen-Hahnenfuß (Ranunculus platanifolius), Alpenlattich (Homogyne alpina), Gebirgs-Frauenfarn (Athyrium distentifolium) und andere Berg-Arten gezeigt.

Auf dem Rückweg wurde bei einer Hütte eine Population der invasiven Vielblütigen Lupine (Lupinus polyphyllos) bemerkt. Der Neophyt wandert in Bergwiesen ein. Zum Schluss der Exkursion wurde entlang des Weges noch Meisterwurz (Imperatoria ostruthium) gezeigt, der früher als Heilpflanze bei Berghütten angebaut wurde. Aber im Gegenteil zu Meisterwurz (Lupinus polyphyllus) sich nicht invasiv verbreitet.

Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový