Dienstag, 27. August 2013

Erzgebirgische NaTouren: Preßnitztalexkursion zwischen Steinbach und Schmalzgrube

 

Am Dienstag, den 27. August 2013, führte uns die letzte Erzgebirgische NaTour im Rahmen des „Pestrý-Bunt“-Projektes in das malerische Preßnitztal, genauer in den Flussabschnitt zwischen Schmalzgrube und Steinbach. Bei frühherbstlichen Temperaturen erkundeten die 31 deutschen und tschechischen Exkursionsteilnehmer Flora und Fauna des Gebietes.

Es wurden von den Exkursionsleitern Ines Schürer und Jürgen Teucher vom Naturschutzzentrum Erzgebirge zahlreiche Vertreter der gewässertypischen Tierwelt vorgestellt: die Wasseramsel (Cinclus cinclus) als regelmäßiger Brutvogel im Gewässerabschnitt und der Eisvogel (Althea atthis) als sehr seltener Brutvogel im Gebiet. An einer Wehranlage kurz vor Steinbach gelang es einigen Teilnehmern, kurzzeitig einen Blick auf die agile Wasseramsel zu erhaschen. Erstaunen lösten auch die Informationen zu den langwierigen Lebenszyklen der ebenfalls in der Preßnitz beheimateten Bachneunaugen (Lampetra planeri) und Westgroppen (Cottus gobio) aus. Beide sind sog. Anhang II-Arten der FFH-Richtlinie. Das Exkursionsgebiet ist Teil des europäischen Natura 2000-Gebietes „Preßnitz- und Rauschenbachtal“. Hier spielt vor allem der Schutz der Lebensraumtypen Fließgewässer mit Unterwasservegetation, Feuchte Hochstaudenfluren, Flachland- und Berg-Mähwiesen, aber auch verschiedene Laubwald-Lebensraumtypen eine wichtige Rolle. Die ebenfalls geschützten und für das Preßnitztal typischen Felspartien sind außerdem Brutgebiet des Uhus (Bubo bubo), vorhandene Höhlen Winterquartier des Großen Mausohrs (Myotis myotis). Das Gebiet ist auch Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes „Erzgebirgskamm bei Satzung“.

Am Andreas Gegentrum-Stolln erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes zur 800 jährigen Bergbaugeschichte im Grubenfeld des Stollns.

Unter den zahlreichen vorgestellten typischen Pflanzen des Preßnitztales befanden sich auch einige bemerkenswerte wie Alpen-Milchlattich (Cicerbita alpina), Wald-Geißbart (Aruncus dioicus), Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium) u.v.m. Besonders beeindruckend war die flächenmäßige Ausdehnung des neophytischen Drüsigen Springkrautes (Impatiens glandulifera) oberhalb von Steinbach. Hier konnte eindrucksvoll demonstriert werden, wie Neophyten die heimische Flora verdrängen können.

Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový