Pressearchiv

Auf Spurensuche beiderseits der Grenze

Tipp Wanderausstellung lädt ein, die biologische Vielfalt zu entdecken

BLICK vom 2. Mai 2012

Von Ilka Ruck

 

Sie ist spannend, sehenswert, aber vor allem auch schützenswert, die biologische Vielfalt im Erzgebirge. Wer hautnah darin eintauchen möchte, der ist im Naturschutzzentrum Erzgebirge genau richtig. Am kommenden Freitag um 15 Uhr lädt das Naturschutzzentrum ins Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg (GDZ) zu einer zweisprachigen Ausstellung zum Thema Biologische Vielfalt und Europäisches schutzgebietsnetz Natura 2000 im Erzgebirge/ Krusne hory ein. „Das Naturschutzzentrum hat die Wanderausstellung zusammen mit seinen tschechischen Partnern – der Schola Humanitas Litvinov und dem Naturschutzverein Csop Fergunna aus Teplice – im Rahmen eines von der EU geförderten Ziel3-Projektes ‚Pestry-Bunt. Freunde für biologische Vielfalt im Erzgebirge/ Krusne hory‘ gestaltet. Es werden in deutscher und tschechischer Sprache erzgebirgstypische Lebensräume, Tier und Pflanzen sowie bedeutsame Schutzgebiete in der deutsch-tschechischen Grenzregion vorgestellt“, erklärt Ines Schürer vom Naturschutzzentrum. Darüber hinaus informiert die Ausstellung über das Anliegen des Ziel3-Projektes „Pestry-Bunt“ mit seinen Schwerpunktthemen grenzübergreifender Arten- und Lebensraumschutz sowie Bildung für biologische Vielfalt. Doch auch sonst ist das Zentrum in punkto Vielfalt sehr aktiv. Von Mai bis September 2012 findet bereits zum wiederholten Male im Rahmen des Projektes die deutsch-tschechische Exkursionsreihe „Erzgebirgische NaTouren“ statt. Ines Schürer: „Bei den „Erzgebirgischen NaTouren“ handelt es sich um zweisprachige Entdeckungstouren für interessierte Bürger in die erzgebirgische Naturvielfalt in Deutschland und Tschechien. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, im Rahmen von natur- und heimatkundlichen Exkursionen und unter fachkundiger Leitung Kleinode der Natur dies- und jenseits der Grenze kennenzulernen“.

Wettbewerb ging in letzte Runde

Projekt gemeinsam gegen Vorurteile

BLICK vom 28. März 2012

Von Ilka Ruck


Dörfel. Das gibt es wohl nur im Naturschutzzentrum Erzgebirge. Bei schönstem Frühlingswetter wurde dort am Freitag die „Deutsch-tschechische Winterolympiade“ gestartet. „Die Winterolympiade bildete die letzte Runde in unserem deutsch-tschechischen Schülerwettbewerb. Jugendliche beider Länder trafen sich am Naturschutzzentrum in Dörfel um im lustigen Wettstreit um den Hauptgewinn, eine Jugendbegegnung zu konkurrieren“, erklärt Henning Niehus, Mitarbeiter des Zentrums. Insgesamt waren 33 Schüler aus beiden Ländern vor Ort. Die Sprachbarriere wurde erfolgreich mit zwei Dolmetschern überwunden und so den Schülern ihr jeweiliges Nachbarland fernab von Vorurteilen und Stereotypen gezeigt. Der Wettbewerb bestand aus 4 Stationen und kleinen Spielen. Hier mussten alle Teilnehmer Geschicklichkeit beim Bogenschießen, Kreativität beim Tauben basteln und bemalen, Wissen beim Quiz über Wasser und dem Erzgebirge und Teamgeist beim gemeinsamen Turm bauen aus Papier unter Beweis stellen. Die Gewinner haben die Möglichkeit, an einem Wochenende beim Spezialistentreffen vom 11. bis 13. Mai ihre Landesnachbarn in einem Camp mit Spiel und Spaß näher kennenzulernen und vielleicht sogar grenzüberschreitende Freundschaften zu schließen. Henning Niehus: „Die Teilnehmer waren allesamt begeistert und speziell das Bogenschießen hat Ihnen unheimlich Spaß gemacht. Auch der „knackige“ Zeitplan von zirka 25 Minuten pro Station hat dafür gesorgt, dass keine Langeweile aufkommen konnte.“   


 


Auf den Spuren der Wasserkraft

Artikel aus dem "Blick", vom 07.03.2012

 

Projekt Deutsch – tschechische Schüler gemeinsam auf Exkursion

Erzgebirge. Naturschutz geht wohl alle an. Doch noch spannender wird es, wenn deutsche und tschechische Schüler gemeinsam auf Exkursion gehen. So lud das Naturschutzzentrum Erzgebirge in der vergangenen Woche zu einer Deutsch – tschechischen Schülerexpedition ein. „Die Exkursion, an der je eine 9.Klasse aus Annaberg und Most teilnahmen, gehörte zur Veranstaltungsreihe „Wasserexpeditionen.“ Diese Reihe bestand aus drei Seminartagen im Klassenzimmer, einem deutsch – tschechischen Exkursionstag, sowie einer dreitägigen Begegnung, bei der die Schüler grenzübergreifende Freundschaften schließen konnten. Ziel dabei war es, die Schüler über den Verlust von biologischer Vielfalt aufzuklären sowie Ihnen Handlungsstrategien aufzuzeigen, um im Alltag dem Artensterben entgegenzuwirken“, erklärte Henning Niehus als Mitarbeiter des Naturschutzzentrums. Mit der Exkursion sollten die Schüler ein weiteres spannungsreiches Thema und damit die Nutzung von Wasserkraft erkunden. Nach der Theorie erfolgte der Start zu einem Wasserkraftwerk nach Thermalbad Wiesenbad. Henning Niehus: „Ich sehe die Veranstaltung durchaus als gelungen an. Bei speziellen Problemen wie dem Klimawandel wurde deutlich, dass auch die Nutzung regenerativer Energien Vorteile bringt, wenn wir auch hier achtsam mit unserer Umwelt umgehen. In Anbetracht der Tatsache, dass es für die meisten Schüler die allererste Gelegenheit war tschechische Schüler kennenzulernen, freue ich mich, das ich hierfür die Plattform bieten konnte.“

Neuntklässler auf den Spuren des Wassers

 

Schüler aus Deutschland und Tschechien machen sich mit Nutzungsaspekten des nassen Elements vertraut. Eine Exkursion führte die Mädchen und Jungen nach Wiesenbad.

Freie Presse vom 01.03.2012

Von Petra Kaden

 

Dörfel/Thermalbad Wiesenbad

Das nasse Element ist allgegenwärtig, als sich die rund 40 Schüler aufmachen, um den praktischen Teil ihrer Wasserexpedition zu erleben: Regen von oben, Matsch an den Füssen und ein gut gefüllter Mühlgraben, zu dem Knut Sternitzky die Gruppe führt.

Als Verantwortlicher für die entsprechenden technischen Anlagen in Thermalbad Wiesenbad ist er Fachmann für die Nutzung der Wasserkraft, mit der immerhin rund 50 Prozent des jährlichen Energiebedarfs der hiesigen Kurklinik gedeckt werden können, wie Sternitzky den Jugendlichen erzählt.

Vom ruhig dahinfließenden Mühlgraben geht es zum Zschopauwehr, an dem vor fast zwölf Jahren eine Fischtreppe errichtet wurde. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie die wirtschaftliche Nutzung der Wasserkraft und die Belange des Naturschutzes unter einen Hut gebracht werden können“, erklärt Henning Niehus den Neuntklässlern aus der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge und einer Grundschule aus dem nordböhmischen Most. Die meisten von ihnen haben noch nie eine Fischtreppe gesehen, und auch die Funktionswiese eines Wehres kannten viele bislang nur aus der Theorie.

Kontroversen erwünscht

Der Umweltpädagoge vom Naturschutzzentrum Erzgebirge betreut das Projekt „Wasserexpeditionen“ mit dem Jugendliche aus Deutschland und Tschechien für dieses Thema interessiert werden sollen. Dabei sind kontroverse Standpunkte nach Niehus Worten durchaus erwünscht. „Die Schüler sollen in dem vier Tage dauernden Seminar die verschiedenen Nutzungsaspekte des Wassers in Theorie und Praxis kennen lernen und auch die Spannungen, die sich aus den unterschiedlichen Interessen ergeben. Wer die Wasserkraft zur Energiegewinnung nutzt, setzte andere Prioritäten als ein Naturschützer“ sagt der Umweltpädagoge. Zudem ist nach seinen Erfahrungen die Diskussion über regenerative Energien in Deutschland eine ganz andere als in Tschechien. „Bei uns ist das durch den beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie ein Thema von allgemeinem Interesse. Bei unseren Nachbarn hingegen sind Atomkraftwerke weitgehend akzeptiert und andere Formen der Energiegewinnung kaum in Gespräch“, beschreibt Henning Niehus seinen Eindruck.

Jugendliche beeindruckt

Den bestätigt Petra Ertlová, die sich nicht nur von der Technik, sondern vor allem von der Sauberkeit der Gewässer beeindruckt zeigt. „Wir haben das zwar in der Schule behandelt, aber eben nur in der Theorie. Wenn man diese Anlagen dann sieht und versteht, wie sie funktionieren, ist das sehr spannend“ erklärt die Neuntklässlerin aus Most und fügt hinzu: „Ein allgemein diskutiertes Thema sind alternative Energien bei uns aber nicht.“ Für ihren deutschen Altersgefährten David Josiger hingegen sind Wasserkraftwerke wie das in Wiesenbad eine wichtige Alternative zur herkömmlichen Stromerzeugung. „Das betrifft schließlich unsere Zukunft.“

Naturfreunde werben für neuen Verein

Freie Presse vom 25.07.2011

 

Die „Erzgebirgischen NaTouren“ überschreiten Grenzen. Flora und Fauna in beiden Ländern lernen die Teilnehmer bei den Expeditionen kennen- und im günstigsten Fall auch lieben.

Von Petra Kaden

 

UHRISSEN/ORASĺN

Ob die pinkfarbene Schöne wohl ahnt, dass sie an diesem nassen Frühlingstag das Interesse dutzender menschlicher Besucher weckt? Dem Breitblättrigen Knabenkraut jedenfalls macht der Regen nichts aus: Seine Blüten leuchten unverdrossen in den grauen Tag, zeichnen mit Sumpfvergissmeinnicht und Hahnenfuß ein fotogenes Bild ins dichte Grün.

Was bei den 40 Teilnehmern der Expedition ins nordböhmische Uhrissen/Orasín für Begeisterung sorgt, ist laut Cestmír Ondrácek nicht selbstverständlich: Es erweist sich als schwer, Grundstückseigentümer vom Wert naturbelassener Flächen zu überzeugen und eine fachgerechte Pflege zu organisieren“, sagt der Fachmann vom Regionalmuseum in Komotau/Chomutov. Standorte wie die Orasín, einem kleinen Ort nahe Görkau/Jirkov, seien während des Kommunismus in ihrem Bestand akut bedroht und teils zerstört worden, sagt der Biologe. Mit der Wende brachen für den Naturschutz auch in Tschechien bessere Zeiten an: Vor allem leistungsfähige Filteranlagen in den Kraftwerken taten Wiesen und Wäldern gut.

Innerhalb der „Erzgebirgischen NaTouren“ erfahren Naturfreunde, wo sich diesseits und jenseits der Grenze Raritäten verbergen. Die Wanderungen werden von Fachleuten geführt-in zwei Sprachen-und sind Teil des Ziel-3/Cíl-3 Projektes „Pestrý-Bunt“, das im März für drei Jahre bewilligt wurde. Claudia Pommer, Leiterin des Naturschutzzentrums Erzgebirge in Dörfel, nennt die Ziele: „W ir wollen Menschen aus beiden Ländern die biologische Vielfalt des Erzgebirges nahe bringen und Vorhaben wie Renaturierungsarbeiten umsetzen.“

Alle Aktivitäten sollen künftig unter dem Dach des Vereins laufen, für dessen Gründung Pommer unentwegt die Werbetrommel rührt.

„Wir brauchen Mitstreiter, die sich für dieses Anliegen engagieren.“

Noch haben die „NaTouren“ erst begonnen. Die Premiere verlangt den Teilnehmern einiges ab: Nässe trieb sie auch auf dem „Kosakenweg“ schnell voran. Seinen Namen verdankt der Pfad nicht den verwegenen Reitern, sondern einem Pilz. „Im Volksmund wird der Birkenpilz bei uns Kosak genannt“, erklärt Cestmír Ondrácek. An einer Stelle sieht der Waldboden aus, als wäre er mit grünen Punkten übersäht. Das sorgt bei Fachleuten wie Jürgen Teucher vom Naturschutzzentrum für helle Begeisterung. „Das Bachquellkraut wächst hier in großer Menge. Auf deutscher Seite findet man es kaum noch“, sagt der Biologe und hofft, dass es über das Projekt gelingt, seltenen Pflanzen wieder anzusiedeln. Das Holunderblättrige Knabenkraut etwa, das auf sächsischer Flur ebenso heimisch war wie auf böhmischer.

Die Teilnahme an den Expeditionen ist dank Fördermitteln der Europäischen Union kostenlos. Die Anmeldung genügt, damit der Bustransfer reibungslos klappt. Nach heuer werden zwei Touren auf deutscher und tschechischer Seite wird laut Teucher schön für 2012 geplant. Dann soll es ins Hochmoor bei Gottesgab/BozíDar und in den Oberwiesenthaler Zechengrund gehen.

Deutsch-tschechisches Projekt

plant Naturschutzmaßnahmen beiderseits der Grenze

Blick Lokal 8. Juni 2011

 

Lebensräume müssen erhalten werden

Von Ilka Ruck

 

Pestrý heißt bunt und steht als Synonym für Vielfalt. Und genau dies, nämlich die biologische Vielfalt (Biodiversität), soll durch das dreijährige Ziel3-Projekt „Pestrý-Bunt Freunde für biologische Vielfalt im Erzgebirge / Krušné hory erhalten und gefördert werden. Umgesetzt wird das Projekt vom Schlettauer Naturschutzzentrum Erzgebirge, dem Naturschutzverein Zo Csop Teplice-FERGUNNA und der Schola Humanitas in Litvinov. Claudia Pommer ist Geschäftsführerin des Naturschutzzentrums Erzgebirge und sie erklärt: „Das Hauptanliegen des grenzüberschreitenden Projektes sind Erhalt und Entwicklung regionaltypischer Lebensräume sowie der Schutz ausgewählter Arten. Dazu werden wir ganz konkrete praktische Naturschutzmaßnahmen auf beiden Seiten des Erzgebirges durchführen. Darunter die Renaturierung von Berg-Mähwiesen und Fließgewässern, die Entwicklung von Standorten für vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten sowie die Renaturierung von grenznahen Moor- und Quellstandorten“.

Für die Jugendlichen sollen Begegnungen im Rahmen von Schülerwettbewerben, Forscherwochen, Praktika und Camps stattfinden. Claudia Pommer: „Wir wollen auf den besonderen Wert der Naturausstattung der Region und ihrer schützenwerten Besonderheiten hinweisen und die biologische Vielfalt im Erzgebirge dauerhaft erhalten. Das heißt: Mut machen durch vormachen, Freunde gewinnen und zeigen, wie es gehen kann.“

Geplant sind Exkursionen, eine Homepage, der Tag der Artenvielfalt, eine Wanderausstellung etc.. Unterstützt wird das Vorhaben von der Europäischen Union mit rund 851.000 Euro aus dem Fonds für regionale Entwicklung. Die Gesamtkosten des Projektes betragen 1.002.854 Euro.


Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový