Montaner Bergfichtenwald

 
Zum Lebensraumtyp „Montane Fichtenwälder“ gehören Fichtenwälder der Mittelgebirge im natürlichen Verbreitungsgebiet der Fichte. Naturnahe montane Fichtenwälder kommen in der hochmontanen, kleinflächig auch in der montanen Stufe des sächsischen und böhmischen Erzgebirges vor. Sie sind an Frostlagen-Standorte gebunden.

Vor der Besiedlung des Erzgebirges im 12. Jahrhundert war das Gebiet des heutigen Erzgebirges von einem undurchdringlichen, dunklen Wald – dem Miriquidi – überzogen. Die heutigen montanen Fichtenwälder der Kammlagen erinnern ein wenig an diesen Urwald. Fichte, Eberesche, Berg-Ahorn, Wolliges Reitgras, Europäischer Siebenstern, Heidel- und Preiselbeere, Draht-Schmiele, Gewöhnlicher Frauenfarn, Rippenfarn und Grüner Alpenlattich sind kennzeichnende Arten des Bergland-Fichtenwaldes.
 

Sehr alte Bäume, die häufig Höhlenstrukturen aufweisen, sind besonders für die sog. Höhlenbrüter wie Spechte, Eulen und Hohltauben interessant. Aber auch Fledermäuse benötigen Höhlen als Quartiere. Naturhöhlen werden durch Astlöcher, Aushöhlungen am Stammfuß, Faulstellen nach Verletzungen und Spalten in Holz und Borke gebildet. Spechte, allen voran unsere Projekt-Zielart Schwarzspecht (Dryocopus martius), spielen eine Schlüsselrolle als „Wohnungsbauer“, indem sie für andere Höhlenbewohner wie z.B. Sperlings- und Rauhfußkauz Höhlen zimmern. Auch die Hohltaube zieht als Nachmieter vorzugsweise in verlassene Schwarzspechthöhlen ein.

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx), ebenfalls Projekt-Zielart, ist eine Art der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie). Ob „Pinselohr“ zur Zeit tatsächlich im Erzgebirge aktiv ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt, aber auch nicht ausgeschlossen werden.

 

Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový