Erzgebirgische Moore

 
Unsere erzgebirgischen Moore konnten sich besonders in den Kammlagen entwickeln, wo mehr Niederschlagsmengen fallen als im Gegensatz zum Wasserabfluss kommen. Naturnahe lebende Hochmoore sind also vom Regenwasser gespeiste typische Lebensräume für bspw. Torfmoos-Arten und Wollgräser.

Das Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum) und zahlreiche Torfmoos-Arten (Sphagnum div. spec.) bilden die Grundlage der Hochmoore. Diese Projekt-Zielarten vergesellschaften sich gern mit der Rosmarinheide, der Gewöhnlichen Moosbeere, vielen Sauergräsern und weiteren hochmoortypischen Arten. Unsere Torfmoose zählen zu den sogenannten Laubmoosen. Sie bestehen bis zu 97 % aus Wasser. Ihr Wachstum ist ganz behaglich und beträgt etwa 1 bis maximal 2 mm im Jahr. Deshalb dauert die Entstehung eines solchen Moores über Jahrtausende. Die Entstehungsgeschichte kann man mit einer Pollenanalyse aufdecken. Unsere heutigen Moorreste sind ein wahrhaftiger Schatz in der Natur. Es handelt sich um lebende Archive.

Da sich die Verbreitung der sächsischen Hochmoore zumeist auf die Kammlagen im Erzgebirge beschränkt, haben auch wir in unserem Projektgebiet eine hohe Verantwortung für den Arten- und Biotopschutz. Doch unsere Moore auf deutscher Seite im Erzgebirge sind durch Entwässerungsmaßnahmen, Schadstoffeintrag und Nährstoffzufuhr zum Teil stark belastet oder gezeichnet.


Moore sind hochspezialisierte Lebensräume für Flora und Fauna. Das Birkhuhn ist bspw. eine Charakterart von offenen Moorbereichen und angrenzend großflächigen extensiv genutzten Borstgrasrasen und Bergwiesen. Intakte Moore haben auch für den Menschen lebensnotwendige Funktionen, z.B. durch Wasserrückhaltung als Beitrag zum Hochwasserschutz oder durch Kohlendioxidspeicherung (CO2-Senke) als Beitrag zum Klimaschutz.
 

Moor in Tschechien
Moor in Tschechien
Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
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Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový