3. Mai 2012        
Erzgebirgische NaTouren: Exkursion zu Holunderknabenkraut-Standorten im böhmischen Erzgebirge

Die Exkursion führte zu trockenen mageren Standorten rings um die Ortschaft Louchov am Erzgebirgssüdabfall. Neben dem Holunder-Knabenkraut, das sich in beiden Farben präsentierte, konnten weitere sehr seltene Pflanzenarten (z.B. das Katzenpfötchen und die Gewöhnliche Zwergmispel) gefunden werden. An der Exkursion nahmen 31 deutsche und 24 tschechische Teilnehmer teil.

4. Mai 2012  
Eröffnung der Wanderausstellung „Biologische Vielfalt und NATURA 2000 im Erzgebirge/ Krušné hory“ im Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg

Am 4. Mai 2012 wurde die zweisprachige Wanderausstellung „Biologische Vielfalt und NATURA 2000 im Erzgebirge/ Krušné hory“ im Gründer- und Dienstleistungszentrum Annaberg-Buchholz durch den Abteilungsleiter Umwelt, Ländliche Entwicklung und Forsten im Erzgebirgskreis, Herrn U. Kolbe, eröffnet. Unter den 60 Gästen waren neben der Oberbürgermeisterin der Stadt Annaberg-Buchholz, Frau B. Klepsch, auch Herr Dr. H. Schwarze als Vertreter des Sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft sowie Frau V. Vitková als Vertreterin des Bezirksamts Ústí nad Labem anwesend. Die Gäste konnten sich ein umfassendes Bild vom Wert der regionalen Naturausstattung, der freundschaftlichen Zusammenarbeit von deutschen und tschechischen Naturschützern, aber auch deren Sorge um den Erhalt der biologischen Vielfalt machen.  
Die Ausstellung kann bis zum 31. Mai 2012 jeweils montags bis freitags (außer Feiertage) zwischen 7:00 und 18:00 Uhr im Foyer des 1. Stockwerks im GDZ Annaberg, Adam-Ries-Straße 16, besichtigt werden.

11. - 13. Mai 2012

Das „Spezialistentreffen“ im Naturschutzzentrum

Die Gewinner des „Schülerwettbewerbs Wasser“ trafen sich im Mai zum „Spezialistentreffen“ wieder. Deutsche und tschechische Schüler verbrachten drei abwechslungsreiche Tage im Naturschutzzentrum Erzgebirge.
Nachdem am ersten Tag während der Kennenlernspiele bereits die Sprachbarrieren überwunden werden mussten, wurden abends nationale Köstlichkeiten der jeweiligen Länder vorgestellt und gemeinsam verköstigt.
Der nächste Tag startete mit einer Moorwanderung, welche mit erlebnispädagogischen Spielen abgerundet wurde. Am Nachmittag folgten Gewässer- und Strukturgüteuntersuchungen am Bach. Außerdem analysierten die „Spezialisten“ chemische Eigenschaften des Wassers aus dem Bach, der Pflanzenkläranlage und dem Moor. Nach einer gemeinsamen Auswertung der Ergebnisse klang der Tag mit einer gemütlichen Lagerfeuerrunde, Stockbrot und mehrsprachigen Liedern aus.
Am letzten Vormittag brachen die TeilnehmerInnen zu einer GPS-Rallye auf. Dafür wurden internationale Kleingruppen eingeteilt, die, nur mit GPS-Gerät und deutsch-tschechischem Wörterbuch ausgestattet, alle am selben Ziel ankommen mussten. Nachdem tatsächlich alle das Ziel erreicht hatten, wurden sie dort mit einem Schatz belohnt.
Letzte gemeinsame Spiele rundeten das Spezialistentreffen ab und drei spannende sowie erlebnisreiche Tage gingen zu Ende. Tage, die den TeilnehmerInnen sicher lange im Gedächtnis bleiben werden, denn neben der Erweiterung der eigenen Sprachkenntnisse wurden auch einige internationale Freundschaften geknüpft.

31. Mai 2012
GEO-Tag der Artenvielfalt auf den Streuobstwiesen des Naturschutzzentrums Erzgebirge in Dörfel

„Nur was man kennt, kann man schützen“ - unter diesem Moto steht der bundesweite GEO-Tag der Artenvielfalt, der in diesem Jahr bereits zum 14. Mal stattfand. In diesem Sinne kamen am 31. Mai Schüler der Schola Humanitas in Litvínov und Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) aus dem mittleren Erzgebirge im Naturschutzzentrum Erzgebirge zusammen, um die Flora und Fauna auf den 2 Streuobstwiesen unmittelbar um das NSZ-Gelände im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Lupe“ zu nehmen. Unterstützt wurden sie von 6 tschechischen und deutschen Artenspezialisten. Insgesamt waren 41 Teilnehmer an der „Arten-Inventur“ beteiligt.

In der Auswertung wurde deutlich, dass die untersuchten Streuobstwiesen noch recht jung sind (ca. 12-15 Jahre) und deshalb auch noch keine typischen Vertreter älterer Streuobstbestände (z.B. Höhlenbewohner, Totholzbesiedler usw.) aufweisen. Auch wurden die Böden unter den Bäumen ehemals intensiv landwirtschaftlich genutzt, weshalb ein noch hohes Nährstoffpotenzial vorhanden ist. Dennoch konnten bemerkenswerte Artenfunde gemacht werden (s. pdf unten).

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für die angenehme Zusammenarbeit!

Auswertung Flora

Unter den insgesamt 76 nachgewiesenen Pflanzenarten waren einige sog. Bergwiesen-Charakterarten, darunter Bärwurz (Meum athamanitcum), Verschiedenblättrige Kratzdistel (Cirsium heterophyllum), Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum, in Sachsen eine zurückgehende Art der Roten Liste), die Perücken-Flockenblume (Centaurea pseudophrygia) und der Kleine Klappertopf (Rhinanthus minor). Die beiden letztgenannten Arten gelten in Sachsen als gefährdet. Insgesamt war die Streuobstwiese hinter dem Pflegehof mit 67 nachgewiesenen Pflanzenarten deutlich artenreicher als die Wiese an der Herberge (44 Arten).    
Botanisch sehr interessant ist der Nachweis von 6 (!) Frauenmantel-Arten. Ein Blick in den Verbreitungsatlas der sächsischen Farn- und Samenpflanzen zeigte, dass darunter auch ein Erstfund für den Messtischblatt-Quadranten zu verzeichnen ist: der Kugel-Frauenmantel (Alchemilla subglobosa) wurde bislang hier nicht nachgewiesen.
Die heutigen Streuobstwiesen stehen auf einem ehemaligen Ackerstandort. Trotz langjähriger extensiver Grünlandnutzung treten deshalb hier immer noch einige sog. Nährstoffzeiger auf: Gewöhnliche Kuhblume („Löwenzahn“) (Taraxacum sect. Ruderalia), Große Brennnessel (Urtica dioica), Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius) u.a. Arten sind Zeugen der ehemaligen Intensivnutzung der Fläche.
Auch sog. Neophyten (nichtheimische, eingewanderte Arten) sind mittlerweile am Sauwald angekommen. Starken Expansionsdrang hat die Vielblättrige Lupine (Lupinus polyphyllos), die zwar hübsch aussieht, aber als sog. invasive Art heimischen Arten) verdrängt. Auch der Braune Storchschnabel (Geranium phaeum), ehemalige Zierpflanze in Landschaftsparks, hat das Potenzial zur invasiven Art. Er gehört wie das Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum) mittlerweile zum allgegenwärtigen Anblick von Säumen, Rainen und Wiesen im mittleren Erzgebirge. Hervorzuheben ist außerdem der Fund des neophytischen Gemüse-Ampfers (Rumex longifolius), der als Erstfund ffür unsere Region gilt.

Auswertung Fauna

Unter den nachgewiesenen Tierarten befinden sich einige bemerkenswerte Vertreter. Die Mooshummel (Bombus muscorum) gilt in Sachsen als vom Aussterben bedroht! Sie sammelt gern an Flockenblumen, Disteln und Klee, welche sie reichlich im Untersuchungsgebiet vorfindet. Als in Sachsen gefährdet gelten die Hummel-Waldschwebefliege (Volucella bombylans) und der Weiße Schwarzaderspanner (Sinoa lineata). Auf der sächsischen Vorwarnliste stehen der Weißklee-Gelbling („Goldene Acht“, Colias hyale), der Blaubock (Gaurotes virginea), Goldammer (Emberiza citrinella), Dorngrasmücke (Sylvia communis) und auch die Stockente (Anas platyrhynchos). Letztere sorgte für einiges Erstaunen und den einzigen sicheren Brutnachweis: ein brütendes Weibchen wurde gut getarnt in der Wiese entdeckt.

Artenlisten zum anschauen und downloaden:

D_Artenliste Fauna_GeoTag-2012.pdf
Adobe Acrobat Dokument 107.7 KB
D_Artenliste Flora_GeoTag-2012.pdf
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Arnika
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Schwarzspecht, Datel černý
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Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
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