Tagebuch

 

04.05.2011
Entwicklung eines Projektlogos

Am 4.5.2011 trafen sich die Projektpartner im Naturschutzzentrum Erzgebirge in Dörfel, um über ein gemeinsames Projektlogo zu beraten. Dabei stellte sich heraus, dass das keine einfache Angelegenheit ist. Die Ansichten darüber, was wohl am besten als Symbol geeignet ist, gingen schon ein wenig auseinander. Was ist wohl am aussagekräftigsten? Was wirkt noch in kleinen Formaten und was sieht auch noch in schwarz-weiß gut aus? Alle Fragen, die berücksichtigt werden mussten. Aber am Ende wurde sich auf zwei Favoriten geeinigt, die noch weiter bearbeitet werden sollen.

 

20.5.2011    Erzgebirgische NaTouren:
Exkursion „Wiesen bei Orasín (Uhrissen)“

Am 20. Mai 2011 erfolgte die erste gemeinsame tschechisch-deutsche Exkursion im Rahmen des Ziel 3-Projektes „Pestrý-Bunt“ – Erzgebirgische NaTouren.

Die Exkursion begab sich in die Umgebung der Gemeinde Orasín im böhmischen Erzgebirge, die sich ungefähr in 560 Meter Meereshöhe befindet. Den Exkursionsteilnehmern wurde in der unmittelbaren Nähe der Gemeinde die Landschaft dieses Teiles von Erzgebirge präsentiert. Die Umgebung der Gemeinde zeichnet sich durch erhebliche Vielfaltigkeit der Umwelt aus. Nicht weit von der Gemeinde fließt der Bach Bílina, an dessen Tälern einerseits Mischwälder mit hohem Buchen-Anteil andererseits auch Fichtenmonokulturen vorkommen. An den Abhängen in der Umgebung von Orasín befinden sich trockenere bis nasse Wiesen und Weiden, zahlreiche Quellgebiete und Naßstellen.

Die Wiesen und Weiden sind von einem System kleiner Steinmauern, Raine und Hohlwege durchzogen. Es gibt hier auch kleine Wälder aus Eichen und Buchen. In den Niederhölzern der Laubwälder ist schöne geschűtzte Tűrkenbund-Lilie (Lilium martagon) häufig.

Auf der Exkursion versammelte sich die erhebliche Zahl von 41 Teilnehmern, der Transport wurde mit dem Bus gesichert (Naturschutzzentrum Erzgebirge Dörfel-Chomutov-Orasín). Das Exkursionsziel  war, die Teilnehmer mit den Unterschieden zwischen bunten, artenreichen und artenarmen Wiese, speziell bei den Naßwiesen bekanntzumachen.

Der erste Halt erfogte bei einer artenarmen Naßwiese. Der Exkursionsleiter zeigte einige wenige Arten, die auf diesem Standort den dominierenden Bestand bildeten. Es handelte sich um Großes Mädesűß (Filipendula ulmaria), Wald-Simse (Scirpus sylvaticus), Gewöhnlicher Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris) und Flatter-Binse (Juncus effusus). Hier gab es keine wertvollere Pflanzenarten.

Auf dem zweiten Halt wurde ebenfalls eine artenarme Wiese demonstriert. Die Exkursionsteilnehmer erfuhren, dass es in den Pflanzengesellschaften solcher Wiese ca. nur 30-40 Pflanzenarten gibt, dass hier charakteristische Arten des Erzgebirges sowie geschűtzte und bedrohte Arten fehlen. Häufig sind hier verschiedene  Gräser (Dactylis glomerata, Alopecurus pratensis, Phleum pratense, Agrostis capillaris u.a.) und z. B. die Gewöhnliche Kuhblume (Taraxacum officinalis). Ausfűhrlicher wurde die Theorie der Entstehung solcher Wiesen näher ausgefűhrt.

Der folgende Halt war bereits auf einer bunten nassen Wiese mit dem häufigen Vorkommen folgender Pflanzen: Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium), Sumpf-Pippau (Crepis palustris), Kleiner Baldrian (Valeria dioica) u.a. Den Interessierten wurde demonstriert, dass der richtige Botaniker die Pflanzen nicht nur durch Anschauung, sondern auch durch Geruchsinn (Valeriana sp.), durch Geschmackssinn (sehr bittere Crepis paludosa) und durch Tastsinn (Urtica dioica) erkennt.

Die Exkursionsteilnehmer erfuhren auch, dass viele Pflanzen auf den umliegenden Wiesen bis heute in der Volksmedizin genutzt werden. Zu solchen Arten gehören unzweifelhaft Großes Mädesűß (gegen Grippe und Erkältung), Baldrian, Arnika, Kuhblume und viele andere.

Weiter wurde bunte trockenere Wiese mit häufigem Vorkommen von der charakteristischen Bärwurz (Meum athamanticum), dem Berg-Wohlverleih (Arnica montana), der Niedrigen Schwarzwurzel (Scorzonera humilis), der Perücken-Flockenblume (Centaurea pseudophrygia), der Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa) und dem Borstgras (Nardus stricta) u.a. präsentiert.

Zu den wertvollsten Pflanzenarten, die auf der Exkursion präsentiert wurden, gehörte das kleine, kaum 5 cm hohe Quellkraut (Montia fontana), das sich häufig sowohl auf dem nassen vernachlässigten Weg als auch auf der nassen Wiese befand.
Die Exkursionsteilnehmer ließen sich nicht vom ausdauernden Regen (fast die ganze Exkursionszeit), den verwachsenden Wegen und dem hohen nassen Gras abhalten.

 

24.5.2011 Erzgebirgische NaTouren:

Exkursion ins FFH-Gebiet „Zschopautal“ in Tannenberg

 

Am Dienstag, den 24.5.2011, fand im Rahmen der Exkursionsreihe „Erzgebirgische NaTouren“ eine Exkursion ins deutsche Fauna-Flora-Habitat-(FFH-) Gebiet „Zschopautal“ statt. Dazu trafen sich insgesamt 20 deutsche und tschechische Teilnehmer um 16 Uhr am Naturschutzzentrum Erzgebirge in Dörfel, von wo aus die Exkursion startete.

 

Nach einer kurzen Information zum grenzübergreifenden europäischen Schutzgebietsnetz NATURA 2000 und speziell zum FFH-Gebiet „Zschopautal“ führte die Wanderung entlang des naturnahen Sauwaldbaches. Dieser wurde als sog. FFH-Lebensraumtyp von europäischer Bedeutung vorgestellt. Als typisches Element der bachbegleitende Flora konnte z.B. die Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigra) am Bachufer beobachtet werden.

 

Die Wanderung führte bis ins Quellgebiet des Sauwaldbaches, wo auf die FFH-Lebensraumtypen Berg-Mähwiese, Feuchte Hochstaudenflur und Erlen-Eschenwälder aufmerksam gemacht wurde. Es wurden typische Pflanzen vorgestellt, darunter die Orchideen-Art Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis). Anhand des Gesprächs mit tschechischen Botanikern stellte sich heraus, dass die einzelne Arten in Deutschland und Tschechien bezüglich ihrer Gefährdung sehr verschieden eingestuft sind.

 

Im Bereich eines Quellmoores in einem Seitental des Sauwaldbaches wurden charakteristische Pflanzenarten der Zwischenmoore vorgestellt, darunter z.B. der Rundblättrige Sonnenntau (Drosera rotundifolia). Auf einer angrenzenden Berg-Mähwiese wurde auf das Vorkommen von insgesamt 6 Orchideen-Arten hingeweisen, darunter solch bedeutende Arten wie Große Händelwurz (Gymnadenia conopsea), Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viride) und Breitblättrige Sitter (Epipactis helleborine).

 

Die Exkursion führte in ihrem weiteren Verlauf entlang für das Erzgebirge typische Lesesteinrücken, über verschiedene orchideenreiche Quell-und Niedermoorstandorte, Fichtenforste und Streuobstwiesen zurück zum Naturschutzzentrum Erzgebirge, wo gegen 18.30 Uhr die Exkursion endete.


 

30. Mai 2011
Offizieller Projektauftakt

 

Am 30. Mai 2011 fand der offizielle Start unseres Projektes statt. Dazu waren neben den Projektpartnern Vertreter aus Politik, Behörden, Vereinen u.a. Institutionen sowie Pressevertreter ins Naturschutzzentrum Erzgebirge in Dörfel eingeladen. 

 

Nach der Begrüßung und kurzen Vorstellung des Projektes und der Partner durch die Geschäftsführerin des Naturschutzzentrums, Frau Claudia Pommer, wurden verschiedene Grußworte an die Projektpartner und Gäste gerichtet.

 

Herr Andreas Haustein (1. Beigeordneter des Erzgebirgskreises) sprach in Vertretung des Landrates Frank Vogel. Im Anschluss wurde das Grußwort von Herrn Bernd Dietmar Kammerschen verlesen (Stiftungsdirektor Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt), da dieser kurzfristig erkrankt war. Herr Dr. Götz Altmann überbrachte die Grußworte des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Die beiden tschechischen Projektpartner ZO ČSOP Teplice FERGUNNA und Schola Humanitas Litvínov richteten ebenfalls ihre Grußworte an die Anwesenden. Alle wünschten dem Projekt viel Erfolg und eine gute grenzübergreifende Zusammenarbeit.

 

Musikalisch wurde die Veranstaltung umrahmt von Kindern und Jugendlichen der Musikschule Crottendorf. 

 

Aber auch Fachthemen kamen nicht zu kurz. So hielt Herr Dr. Thomas Brockhaus (Referat Umwelt Landkreis Erzgebirge, Sachgebiet Naturschutz/ Landwirtschaft) einen kurzweiligen und informativen Vortrag über „Artenvielfalt im Erzgebirge“. Herr Ing. Jiří Rous von FERGUNNA Teplice sprach zum Thema „Blaues Spinngewebe – Wasser und biologische Vielfalt“ und stellte uns die geplanten Maßnahmegebiete auf tschechischer Seite vor.

 

Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový