Tagebuch


14.06.2011
 Erzgebirgische NaTouren: Exkursion zu „Salzwiesen“ zwischen Horní Halže (Oberhals) und Kovářská (Schmiedeberg)

Am Dienstag, den 14.6. 2011 fand im Rahmen der Exkursionsreihe „Erzgebirgische NaTouren“ die bereits dritte Exkursion in der Umgebung von der Gemeinde Horní Halže/ CZ statt. Auf der Exkursion trafen sich 56 Teilnehmer, anwesend waren auch die Vertreter des regionalen Fernsehens R1 Lyra. Die Exkursion begann um 16.45 Uhr auf dem Parkplatz in Horní Halže. Angesichts des bewölkten und regnerischen Wetters begaben sich die Teilnehmer zum Rastplatz bei der Abbiegung Richtung Kovářská, wo auch die Exkursion startete.

Am Anfang wurden die Exkursionsteilnehmer zum Ursprung des Namens „Salzwiesen“ informiert. Der Exkursionsleiter erklärte, dass es sich um keinen Salzort (Standort mit dem Vorkommen der salzliebenden Pflanzarten) handelt, den wir vom Becken „Podkrušnohorská pánev“ (Vorerzgebirgisches Becken) kennen. Der Name „Salzwiesen“, den man auch in Tschechisch verwendet, ist von den Orten, wo dem Rotwild Salz gegeben wurde, abgeleitet. Die umliegenden Wälder sind sehr arm an Wiesen und Weiden, deswegen zieht es das Rotwild auf die vereinzelten kleinen Waldwiesen. Zu solchen Wiesen gehören gerade Salzwiesen, wo die Jäger dem Hochwild Salz zum Lecken anboten.

Entlang der kleinen Waldstraße wurden zuerst charakteristischen Waldarten wie beispielsweise Große Hainsimse (Luzula sylvestris) oder Wald-Schaum- kraut (Cardamine flexuosa) gezeigt. Den Exkursionsteilnehmern wurden einige Informationen zur Waldwirtschaft gegeben.

Vor dem Erreichen der Salzwiesen führte die kleine Straße an einem kleinen Kalksteinbruch mit seiner Abraumhalde vorbei. Hier wurde die artenreiche Flora des Erzgebirges mit dem Vorkommen der ganzen Reihe sehr seltener Pflanzenarten, wie z. B. Bitterer Enzian (Gentianella amarella), Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris), Mond-Rautenfarn (Botrychium lunaria) u. a. präsentiert.

Unterhalb der Halde erstrecken sich bereits die Salzwiesen. Es handelt sich um mesophile bis stark nasse Wiesen mit der typischen erzgebirgischen Flora. Die Wiesen werden aber bereits längere Zeit nicht gemäht und darum kommt es hier zur Anhäufung von altem Gras. Die Zustände sind für die geschützten Arten nicht optimal. Ein Teil der Wiesen wurde in der Vergangenheit auch standortfremd aufgeforstet.

Das wirkliche botanische Erlebnis wartete auf die Exkursionsteilnehmer etwa in der Mitte der Wiesen. Hier befinden sich die Nassstandorte mit dem häufigen Vorkommen des fleischfressenden Echten Fettkrautes (Pinguicula vulgaris) und des Blauen Tarants (Swertia perennis). Obwohl ein heftiger Gussregen unmittelbar darauf niederging und über den Köpfen der Teilnehmer die Donner und Blitzen flogen, waren alle Teilnehmer zufrieden.

Zurück auf dem Rastplatz an der Straße endete die Exkursion
gegen 18.45 Uhr.

Video vom tschechischen Fernsehen über die Exkursion nach Horní Halže.

 

 

21.6.2011 Erzgebirgische NaTouren:
Exkursion Naturschutzgebiet „Lohenbachtal“ bei Tannenberg

Am Dienstag, den 21.6.2011, fand im Rahmen der Exkursionsreihe „Erzgebirgische NaTouren“ eine Exkursion ins deutsche Naturschutzgebiet „Lohenbachtal“ bei Tannenberg statt. Dazu trafen sich insgesamt 37 deutsche und tschechische Teilnehmer um 16 Uhr auf dem Wander-Parkplatz im unteren Lohenbachtal, von wo aus die Exkursion startete.  

Am Anfang wurden die Exkursionsteilnehmer über das deutsch-tschechische Ziel 3-Projekt „Pestrý-Bunt“ und über das grenzübergreifende europäische Schutzgebietsnetz NATURA 2000 informiert. Das „Lohenbachtal“ ist Teil des FFH-Gebietes „Moore und Mittelgebirgs-landschaft bei Elterlein“ und damit Baustein im europäischen Natura 2000-Netzwerk.
Danach führte die Wanderung bachaufwärts entlang des naturnahen Lohenbaches.


Der Charakter des „Lohenbachtales“ wird ganz entscheidend durch artenreiche blütenbunte Berg-Mähwiesen geprägt, die sich alle laut Managmentplan für das FFH-Gebiet in einem sehr guten Erhaltungszustand befinden.


Auf der Exkursion konnten den Teilnehmern zahlreiche typische Bergwiesenarten vorgestellt werden, wie z.B. Arnika (Arnica montana), Zittergras (Briza media), Verschiedenblättrige Kratzdistel (Cirsium heterophyllum) oder Perücken-Flockenblume (Centaurea pseudophr-ygia), aber auch viele sehr seltene botanische Kostbarkeiten wie Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) oder die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea).  

Zurück am Parkplatz endete die Exkursion gegen 18.15 Uhr.

Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový