12. Juli 2012 

Erzgebirgische NaTouren: Moorlehrpfad Hochmoor bei Boží Dar

Die Exkursion führte uns in das Naturschutzgebiet Gottesgaber Hochmoor. Mit der Fläche ca. 1153 ha gehört dieses Naturreservat zu den größten im Erzgebirge. Zum Objekt des Naturschutzes stehen typische erzgebirgische Moore (Hochmoore), Quellgebiete, Sümpfe, Moor- und Bergwiesen und Moorfichtenwälder mit einer seltenen Fauna und Flora. Das Naturschutzgebiet gehört zum FFH-Gebiet „Erzgebirgisplateau“ und wird gleichzeitig unter „International bedeutsame Moore Tschechiens – Erzgebirgische Moore“ eingeordnet.

 

Am ersten Halt wurden vor allem Pflanzen vorgestellt, die mit dem Alltagsleben des Menschen zusammenhängen (die Himmelsleiter, der Wiesenkümmel) und einige bedeutsame Bergwiesenvertreter (das Berg-Rispengras und der Gebirgs-Sauerampfer). Weiter wurde auf den Übergang zwischen den Nasswiesen und den Moorwiesen aufmerksam gemacht.

Am nächsten Halt konnte man den spontanen Waldanbruch an der ehemaligen Torfabbaustelle beobachten, der durch das häufige Vorkommen von Heidel-, Preisel- und Rauschbeeren und dem Heidekraut gekennzeichnet wurde. An der Kante einer ehemaligen Abbaustelle wurde auf den reichen Bewuchs von der schwarzen Krähenbeere hingewiesen.

Das Moor, das nicht durch den Torfabbau beeinträchtigt wurde, zeichnet sich durch einen konstanten Bewuchs von der Moor-Kiefer (Pinus x pseudopumilio). Es handelt sich um eine komplizierte hybridogene Art, die kurz nach der letzten Eiszeit als Mischling der Hakenkiefer und der Berg-Kiefer entstanden ist.

Die Teilnehmer haben erfahren, dass die Mächtigkeit des Torfbodens im Natur-schutzgebiet bis 7 Meter erreicht. Die Moorschichten sind hauptsächlich mit Torfmoos bewachsen (im Naturschutzgebiet wachsen an die 25 Tormoosarten). Die Moore in der Gottesgaber Umgebung sind aufgrund Klimaänderungen und Entwässerung in der Vergangenheit heute nicht mehr „lebendig“, wachsen nicht weiter, behalten jedoch ihren einzigartigen Charakter.

Am nächsten Halt wurde uns ein seltener Mischling der Zwerg-Birke und der Karpaten-Birke Betula x seideliana) vorgestellt. Diese Birkenart kommt in Tschechien nur an drei Standorten vor (2 x in Böhmerwald und 1x im Erzge-birge, Boží Dar). In der Nähe von dieser Birke sind im Naturschutzgebiet auch große Bestände von der Zwerg-Birke zu finden.

Unterwegs durch das abgebaute Moor wurden die Teilnehmer über die Geschichte und Weisen des Torfabbaus in der Umgebung von Boží Dar informiert. Torf wurde hier seit dem 18. Jahrhundert bis zum Ende des II. Weltkriegs gestochen und große Flächen und ganze kleinere Moore wurden hier vollkommen abgebaut.

Nicht weit vom Bach Černá konnten die Besucher des Lehrpfades einzigartige kleine Hügel – alte Halden nach dem Zinnwaschen – beobachten. Zinn wurde in der Umgebung von Boží Dar seit dem 16. Jahrhundert vorwiegend durch Waschen abgebaut. Der Abbau wurde ungefähr 1820 eingestellt.

Der letzte Halt ermöglichte uns einen schönen Blick nach Süden auf den bewaldeten Berg Špičák/ Spitzberg. Es handelt sich um einen tertiären Basaltberg (der größte in ganz Mitteleuropa) mit der Meereshöhe 1115 m.

An der Exkursion nahmen viele Interessenten teil, insgesamt ca. 54 Teilnehmer. Gute Laune hat nicht einmal der Regen und die für diese Jahreszeit ungewöhnlich niedrige Temperatur verdorben.

 

Verfasser des Berichtes: Čestmír Ondráček

22. Juli 2012
Eröffnung der Wanderausstellung in Lesná

Am 22.7.2012 wurde die Wanderausstellung „Biologische Vielfalt und NATURA 2000 im Erzgebirge/ Krušné hory“ in Lesná (CZ) auf die nächste Etappe ihrer zweijährigen Reise geschickt.
Im Erzgebirgischen Volkshaus in Lesná erfolgte eine kleine Eröffnung durch das Grußwort von Herrn Antonín Herzán (Geschäftsführer vom Horský klub Lesná)  und Frau Claudia Pommer (Geschäftsführerin NSZ Erzgebirge), die sich bei den Besuchern bedankt hat, dass sie der Gefährdung der biologischen Vielfalt durch die Ausstellung Aufmerksamkeit schenken. Anschließend hat der Bürgermeister der Gemeinde Vysoká Pec, Herr Milan Čapek, der Ausstellung viel Erfolg gewünscht.
 
Die Ausstellung kann bis 24. September 2012 jeden Tag zwischen 9:00 – 18:00 Uhr auf dem Dachboden des Erzgebirgischen Volkshauses in Lesná besichtigt werden (www.horskyklublesna.cz).

Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový