Expeditionen im Klassenzimmer

Projektunterricht war das Motto unserer Wasserexpeditionen. Je ein Mitarbeiter des Naturschutzzentrums und der Schola Humanitas (Litvinov) besuchten an drei Seminartagen Schulklassen aus Most, Annaberg-Buchholz und Duchcov. Die Schüler im Alter zwischen 13 und 16 Jahren arbeiteten zu den Themen Gewässerökologie und Klimawandel. Organisiert wurde ein buntes Programm mit Kurzreferaten, einem Planspiel, einem Vortag über Biodiversität sowie einem Fotoprojekt zum Thema.

Höhepunkt der Wasserexpeditionen war eine Fachexkursion zum Thema Wasserkraftnutzung und Naturschutz. Hierbei trafen sich deutsche und tschechische Schüler am Naturschutzzentrum in Dörfel, um den Vorträgen zweier Experten zu lauschen.

Herr Dr. Brockhaus von der „Unteren Naturschutzbehörde“ des Landkreises Erzgebirge verdeutlichte den Schülern an Hand einzelner Fisch- und Libellenarten die Probleme, die die Nutzung von Wasserkraft für das Gewässerökosystem bedeuten kann. Die „Gegenseite“ repräsentierte Herr Walter, der als Unternehmer selbst Wasserkraftwerke konstruiert. Er wies auf den unbestreitbaren Vorteil von Wasserkraftanlagen als Alternative zu fossilen Brennstoffen und Atomkraftwerken hin.


Das Ziel, den Schülern zu zeigen, dass die Nutzung regenerativer Energiequellen nur mit einem sorgsamen Blick für die Auswirkungen auf unser Ökosystem nachhaltig sein kann, wurde damit sehr gut erfüllt . Im Anschluss konnten sich die Schüler beim Besuch eines Wasserkraftwerks selbst ein Bild von den Turbinen und den dazugehörigen Bauwerken wie einer Fischtreppe machen. Diese hat die Aufgabe Fischarten wie z.B. Bachforelle oder Groppe die Wanderung flussaufwärts zu ermöglichen. Wer weiß, vielleicht werden mit Hilfe passender Maßnahme, in einigen Jahren wieder Lachse die Zschopau hochwandern.

Februar - Endspurt im Schülerwettbewerb

Bis zum 15. Februar konnten alle Schüler der Klassenstufen 3 bis 11 ihr Wissen rund um das Erzgebirge und das Thema Wasser in zwei Schwierigkeitsstufen unter Beweis stellen.

Knifflige Fragen, wie das durchschnittliche Gewicht eines Regentropfens oder die heutige Entfernung der ehemaligen Hafenstadt Muynak (Usbekistan) vom Aralsee, ließen die Köpfe rauchen. Als vielen Teilnehmern dann die Lösung in Form einer Landschaftskarte des heutigen Aralsees vor Augen lag, waren sie erstaunt und schockiert zugleich. 80 Kilometer sind wahrlich keine Distanz, die man mit einem Eimer bewaffnet zu Fuß zum Wasserholen antreten kann! (s. obiges Bild)

Vor unserer Haustür spielen sich aber ähnlich dramatische Dinge ab. Die Hochmoore unserer Gebirgslagen sind z.B. durch Entwässerungsmaßnahmen stark bedroht. Dabei zählen sie zu den extrem schützenswerten Lebensräumen. Sie besitzen eine erstaunlich hohe Artenvielfalt und das Vermögen, große Mengen an Wasser zu speichern. Wie viel Wasser sie aufnehmen können, das mussten die Wettbewerbsteilnehmer z.B. herausfinden.

 

Torfmoose können circa das 30fache ihrer Trockenmasse aufnehmen.
Torfmoose können circa das 30fache ihrer Trockenmasse aufnehmen.

Als die Schüler dann den ersten Schock über so manche Zahl und Tatsache zum Thema Wasser in unserer Welt und unserem Erzgebirge verdaut hatten, hieß es, eifrig sein und bis spätestens zum 15.02. die zwei Fragebögen an das Naturschutzzentrum zu senden. Immerhin winkten den Gewinnern eine unvergessliche „Winterolympiade“ und die Chance auf ein Wochenende mit ihren tschechischen Landesnachbarn im Naturschutzzentrum Erzgebirge im Mai 2012.

Die rege Teilnahme vieler Grundschulklassen und Schüler der Mittelschule bzw. des Gymnasiums hat uns sehr gefreut. Im Herbst 2012 geht dann der Schülerwettbewerb mit dem Thema „Wald“ in eine neue Runde. Unser Sauerstoffproduzent Nummer eins hält sicherlich auch brisante und höchst interessante Fakten bereit, die uns ins Staunen und Nachdenken versetzen werden. Ein regelmäßiger Blick auf unserer Website kann also nicht schaden.

Arnika
Arnika
Schwarzspecht, Datel černý
Schwarzspecht, Datel černý
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový
Holunder-Knabenkraut, Prstnatec bezový