Deutsch-tschechische Mitarbeiterschulung „Biodiversität“

Am 12.-13.12 2011 fand im Naturschutzzentrum Erzgebirge die Deutsch-tschechische Mitarbeiterschulung zum Thema Biodiversität im Rahmen des grenzübergreifenden Ziel3-Projektes „Pestrý-Bunt. Freunde für biologische Vielfalt im Erzgebirge/ Krušné hory“ statt, zu der alle am Projekt Beteiligten eingeladen wurden. Es kamen 22 Teilnehmer aus deutschen und tschechischen Naturschutz- und Bildungseinrichtungen zusammen, um sich über das Kernanliegen des Projektes, die Biodiversität / biologische Vielfalt im Erzgebirge auf beiden Seiten der Grenze, auszutauschen.

Es gibt den weltweiten Trend, dass die Aussterberate von Lebewesen derzeit um das 100 bis 1.000fache die natürlichen Prozesse übersteigt. Auch in Deutschland und Sachsen werden die sog. Roten Listen der gefährdeten Arten immer länger.

Im Mittelpunkt der Schulung standen die Fragen: Was ist eigentlich Biodiversität und aus welchen Perspektiven können wir das Thema betrachten? Welche Bedeutung hat biologische Vielfalt für uns Menschen und ist biologische Vielfalt in Gefahr? Was können wir vor Ort im Erzgebirge und im Rahmen des Projekts tun?

In dem ersten Beitrag hat Frau Ines Schürer aus dem Naturschutzzentrum Erzgebirge dargelegt, dass unter Biodiversität nicht nur die Vielfalt der Arten, sondern auch die Vielfalt der Lebensräume und Gene zu verstehen ist. Sie machte außerdem deutlich, welch umfassenden Einfluss die biologische Vielfalt auf all unsere Lebensbereiche hat und welche Gefahr sich aus dem derzeitigen weltweiten Aussterben von Arten ergibt. Außerdem stellte Sie weltweite Strategie wie das „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ Convention on Biological Diversity – CBD (von 193 Staaten unterzeichnet) vor, die dazu beitragen sollen das Artensterben aufzuhalten.

Herr Čestmír Ondráček hat in Vertretung der Nordböhmischen Botaniker über die bunte Flora Nordböhmens berichtet. Auch er warnte in seinem Vortrag vor dem Verlust biologischer Vielfalt und den Folgen für uns Menschen. Der Tierartenvielfalt in erzgebirgischen Mooren auf der tschechischen Seite widmete sich hingegen Frau Rusó aus dem Naturschutzbund ZO ČSOP Fergunna aus Teplice. Die Schwelle zwischen Theorie und Praxis überschritt dann Herr Jürgen Teucher aus dem Naturschutzzentrum Erzgebirge, indem er in seinem Vortrag „Vielfalt fördern durch Moor-Renaturierung“ ganz konkrete praktische Maßnahmen vorstellte. Maßnahmen, die hier vor Ort im Erzgebirge die Situation verbessern können oder zumind. den Artenschwund aufhalten können.

Der Vormittag des darauffolgenden Tages wurde der Umweltbildung eingeräumt und dem Schwerpunkt, wie es gelingen kann Menschen für das Thema zu interessieren. Der tschechische Partner, die Fachmittelschule für Umweltschutz und Umwelterneuerung Schola Humanitas aus Litvínov, berichtete über Möglichkeiten, wie man die biologische Vielfalt auch Schülern näher bringen kann. Anschließend forderte der Umweltpädagoge Hennig Niehus die Teilnehmer auf, ein erlebnispädagogisches Programm in der Natur selbst zu erleben. Hier hatten die Teilnehmer die Chance, ihre Sinne zu nutzen, die Natur spielerisch zu erleben und gemeinsam ein Kunstwerk aus Naturmaterialien zu gestalten. Die zwei an Informationen und Erlebnissen reichen Tage hat Herr Jiří Roth von der Euroregion Erzgebirge / Krušnohoří mit seinem interessantem Einblick in die Welt der Pilze abgeschlossen.

Darüber hinaus blieb auch Zeit die freundschaftlichen Kontakte zu vertiefen und gemeinsam ein paar ruhige Momente auf dem Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz zu genießen. So konnten die Projektteilnehmer das Ende des erfolgreichen ersten Jahres des Projektes gemütlich ausklingen lassen.

Während der Schulung kam zum Ausdruck, dass das Thema Biodiversität (biologische Vielfalt) als die Vielfalt der lebendigen Welt in allen ihren Formen, auf allen Ebenen und in allen Kombinationen zu verstehen ist und auch alle Bereiche unseres Lebens beeinflusst. Die Mitarbeiter des Projektes haben gelernt, das Thema der biologischen Vielfalt aus verschiedenen Blickwinkeln wie z.B. Naturschutz, Alltag, Medizin oder Umweltbildung zu betrachten.

Es wurde klar, dass der Kampf gegen Verlust der biologischen Vielfalt gemeinsam mit dem Kampf gegen Armut und der Entwicklung von Strategien gegen den Klimawandel zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben gehören wird.

Und es wurde deutlich, wie grundlegend und bedeutsam eine große biologische Vielfalt für uns Menschen für die Zukunft sein wird, insbesondere auch im Zusammenhang mit den zu erwartenden Veränderungen durch den Klimawandel.

 

C.Ondracek_12.12.11.pdf
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I.Schürer_12.12.11.pdf
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J.Roth_13.12.11.pdf
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J.Teucher_12.12.11.pdf
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M.Tarant_13.12.11.pdf
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Projektpräsentation_12.12.2011.pdf
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Fergunna_G.Ruso_12.12.11.pdf
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Arnika
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